Beweidungsprojekt mit Brillenschafen

Es gibt sie noch, aber auch sie sind bedroht: die Halbtrockenrasen, wie wir sie am Püttlinger Sommerberg vorfinden. Die Flächen unterhalb des Fernsehsenders waren jahrelang extensiv als Pferdeweide genutzt worden und damit hat sich auf den trockenen Wiesenflächen eine artenreiche Flora und Fauna entwickelt. Zu den besonders geschützten Arten zählen Orchideen, Schmetterlinge und Heuschrecken. Aber auch Reptilien, Laufkäfer und Feldhasen lieben die lichte Vegetation und können dort gut leben, solange die Flächen nicht zuwachsen und zu Wald werden. Mike Siebler-Regneri und Dr. Wolfgang Regneri, die am Sommerberg wohnen,  haben deshalb die Initiative ergriffen und wollen unterstützt durch den NABU Köllertal dort Brillenschafe ansiedeln, die durch traditionelle Beweidung diese wertvollen Flächen offenhalten wollen. Noch in diesem Herbst sollen die Schafe aus Bayern eingeführt werden, vorher müssen die Flächen eingezäunt werden, zudem muss ein Unterstand für die vom Aussterben bedrohte Schafrasse gebaut werden.

Wer sich an dem Projekt beteiligen möchte, die Patenschaft für ein Brillenschaf übernehmen oder bei den vorbereitenden Arbeiten mithelfen möchte, kann sich mit Mike Siebler-Regneri in Verbindung setzen: 01708202888.

Übergabe Bewilligungsbescheid für den Zaunbau

Umweltminister Reinhold Jost erschien in diesen Tagen persönlich beim Beweidungsprojekt  mit Brillenschafen, um einen Zuwendungsbescheid über 7844 € zu überreichen. Dabei handelt es sich um Mittel des Landes zur Förderung von Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege.
Das Beweidungsprojekt liegt am Püttlinger Sommerberg in einem steileren Hangbereich. Die Flächen befinden sich unterhalb des Fernsehsenders und waren jahrelang extensiv als Pferdeweide genutzt worden. Auf den mageren Wiesenflächen hat sich eine artenreiche Flora und Fauna entwickelt. Die Fläche drohte nach Nutzungsaufgabe jedoch zu verbrachen und zu verbuschen. Mike Siebler-Regneri und Dr. Wolfgang Regneri, die am Sommerberg wohnen,  haben deshalb die Initiative ergriffen und - unterstützt durch die  NABU-Ortsgruppe Köllertal - dort Brillenschafe angesiedelt, die die Flächen durch traditionelle extensive Beweidung offenhalten werden. Im Herbst 2020 wurden die ersten 6 Schafe aus Bayern eingeführt. Dazu wurden die Flächen zunächst mit Elektronetzen eingezäunt; zudem wurde ein Unterstand für die vom Aussterben bedrohte Schafrasse errichtet. Inzwischen wurden 4 weitere Schafe aus Bayern eingeführt, so dass jetzt eine Herde von 10 Brillenschafen versucht, die etwa 3 Hektar große Fläche offenzuhalten. Umweltminister Reinhold Jost:  „Die Erhaltung einer intakten Kulturlandschaft ist für uns eine wichtige Aufgabe. Wenn landwirtschaftlich genutzte Flächen aufgegeben werden, drohen diese Flächen zuzuwachsen und zu verbuschen. Um unsere Kulturlandschaft nachhaltig zu schützen und wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu bewahren, unterstützen wir solche Beweidungsprojekte gerne“.
Mit dem Zuschuss kann nun eine feste Einzäunung vorgenommen werden, die für Feldhase und Reh kein Hindernis darstellen, Wildschweine aber zukünftig draußen halten. Mike Siebler-Regneri: „Die bisher verwendeten Elektronetze wurden oft nachts von den Wildschweinen umgerissen und mussten dann täglich wieder aufgestellt werden“. Langfristig sollen die Flächen durch Pacht oder Kauf und auch die Schafherde vergrößert werden. Im Frühjahr 2022 wird zeitweise ein Schafbock aus der Pfalz ausgeliehen, der dann für den Nachwuchs sorgen soll. So soll nachhaltig dieser wertvolle Halbtrockenrasen als Lebensraum für viele gefährdete Pflanzen (u.a. Orchideen) und Tiere (viele Reptilien und Vögel) erhalten bleiben.

Bericht in der Saarbrücker Zeitung über den Start des Beweidungsprojekts

In der SZ vom 07.01.2021 erschien ein Bericht über das Beweidungsprojekt mit Brillenschafen: