Jahresrückblick 2019 der Wildvogelauffangstation (WiVo)

Viel zu tun gab es auch im Jahre 2019 in der zentralen Wildvogelauffangstation (WIVO) des Saarlandes, 

Vier junge Waldkäuze sitzen in einem Käfig

Auch diese jungen Waldkäuze wurden in der Wildvogelauffangstation aufgezogen und wieder in die Freiheit entlassen Foto: Christoph Scherer

die in der ehemaligen Stadtgärtnerei an der Püttlinger Kläranlage untergebracht ist. Aufgrund der anhaltenden Hitze und Trockenheit waren auch  in diesem Jahr besonders viele Vögel in Not geraten. Mit 2222 verunglückten Jung- und Altvögel aus 67 Arten gab es einen neuen Aufnahmerekord. Die Vögel wurden medizinisch erstversorgt, gewärmt und gefüttert und mehr als zwei Drittel davon konnten wieder ausgewildert werden.  Am meisten vertreten waren diesmal folgende Arten: 270 Mauersegler, 269 Sperlinge, 72 Mehlschwalben, 59 Stockenten, 49 Buntspechte, 34 Rauchschwalben, 33 Turmfalken und 16 Waldkäuze.

Bei den Amseln und Meisen, die in den letzten Jahren am stärksten vertreten waren, machte sich der Usutu-Virus bemerkbar, der offensichtlich viele dahinraffte.

Unter der Sommerhitze litten besonders wieder die Mauersegler und Mehlschwalben, die gerne in Mauerspalten und unmittelbar unter dem Dach brüten. Wenn es dann unter den Ziegeln zu heiß wird, lassen sich die jungen Mauersegler und Mehlschwalben aus dem Nest fallen und landen dann häufig in der Wildvogelauffangstation (insgesamt 342 Aufnahmen). 

Eine Problemgruppe sind jedes Jahr auch die Turmfalken, die in großer Anzahl (33) in der WIVO landen, weil sie keine Nistmöglichkeiten finden. Die Kirchtürme sind verschlossen und sie versuchen dann verzweifelt in defekten Hausverkleidungen ein Nest zu bauen. Dort ist es meist zu eng und es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Trumfalkennachwuchs aus dem Nest fällt und dann versorgt werden muss.  In Zusammenarbeit mit dem Berufsbildungszentrum (BBZ) Völklingen hat der NABU Köllertal deshalb Nistkästen für Turmfalken bauen lassen, die an Interessenten abgegeben werden. 

Dank gilt der LEVO-Bank Lebach und dem Sparverein des Saarlandes, die der Wildvogelauffangstation seit 2018 für 3 Jahre einen Peugeot Partner als Transportfahrzeug zur Verfügung stellen. Dank gilt auch Umweltminister Reinhold Jost, denn für die während des Betriebs der Station anfallenden laufenden Kosten wie Futter, Tierarztkosten, Medikamente, Strom oder Ähnliches wurden vom Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz Haushaltsmittel in Höhe von 25.000 € bereitgestellt. Auch die Kosten für 2 FÖJ-Stellen sowie 2 Minijobs wurden vom Ministerium übernommen. Eine weitere Mini-Job-Stelle wird vom NABU-Landesverband finanziert, so dass sich die personelle Situation weiter verbessert hat. Trotzdem ist die Wildvogelauffangstation auf viele ehrenamtliche Helfer angewiesen, denn rund um die 2222 betreuten Vögel gab es jede Menge Arbeit. Deshalb hatte das WiVo-Leitungsteam um Anke Scherer, Silvia Vollrath, Christoph Scherer und Ralf Bamberger zum Abschluss zu einem Helferfest eingeladen. Ein besonderes Dankeschön gab es dabei für die Absolventen des freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) Valentina Suck und Ben Weinrich. Sie werden abgelöst von Marina Nalbach (Schiffweiler) und Melanie Brücker, die aus Duisburg kommt und bis August 2020 in Püttlingen wohnt. Weitere Helfer/innen können sich bei der WiVo melden:

Tel: 06898-8706605, 0173-9422001, E-Mail: wivo-saarlandt-online.de