Siebtes Büffelfest mit großer Tierausstellung

Auf dem Gelände des TV Köllerbach neben dem ALDI-Parkplatz in der Köllerbacher Köllertalaue wird das 7. Büffelfest am Donnerstag, 20. Juni 2019  (Fronleichnam) gefeiert. Die Beweidungsprojekte entlang des Köllerbachs mit jetzt 7 Wasserbüffeln und 3 Konikpferden zwischen Trimm-Treff und Köllerbacher Sportplatz sowie 3 schottischen Hochlandrindern an der Püttlinger Kläranlage und 7 ungarischen Steppenrindern in der Köllertalaue zwischen Etzenhofen und Walpershofen haben sich weiter positiv entwickelt, bei den Steppenrinden ist gerade Nachwuchs angekommen.

Neu-Bürgermeisterin Denise Klein wird  das Fest eröffnen, das von der Stadt Püttlingen zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft „Artenschutz im Köllertal“ – einem Zusammenschluss von naturschutzbetreibenden Vereinen - organisiert wird. Die Schirmherrschaft hat die gerade gewählte SPD-Bürgermeisterin Denise Klein übernommen.

An Informationsständen kann man sich über die in Püttlingen bereits laufenden Projekte eines „Naturnahen Köllertals“ informieren, denn in den offenen Weidelandschaften am Köllerbach haben sich inzwischen wieder Biber, Eisvogel, Wasseramsel und andere bodenbrütende Vogelarten sowie Amphibien angesiedelt. Auch die Flora in der Köllertalaue ist einen Besuch wert: Nach zahlreich blühenden Sumpfdotterblumen sind jetzt unzählige Schwertlilien zu bewundern. Auch sie profitieren von der Offenhaltung der Landschaft durch die verschiedenen Weidetiere.

 Für Kinder wird ein Mitmachprogramm angeboten: sie können mit der Eselskutsche fahren, viele Tiere hautnah kennenlernen und an einer Hüpfburg sich sportlich betätigen. In Zusammenarbeit mit der Gesellschaft zur Erhaltung alter Haustierrassen  (GEH) werden mehrere vom Aussterben bedrohte Tierrassen (Ziegen, Schafe, Wollschweine, Geflügel, Kaninchen) vorgestellt.

Neben Suppen, Rostwürsten und Schwenkbraten gibt es wieder die begehrten Büffel-Frikadellen und Pommes. Weiteres Wasserbüffelfleisch kann zudem käuflich erworben werden. Auch für Kaffee und Kuchen ist bestens gesorgt.

Der Erlös des Festes fließt in die Beweidungsprojekte.

Beweidung mit Ungarischen Steppenrindern

Seit September 2015 betreut die NABU-Ortsgruppe Köllertal ein weiteres Beweidungsprojekt im Rahmen des „Naturnahen Köllertals“: In der Köllertalaue zwischen Etzenhofen und Walpershofen grasen jetzt 3 ungarische Steppenrinder, die aus dem „Arche-Park Warder“ in Schleswig-Holstein ins Saarland gebracht wurden. „Wir haben uns für diese Rinderart entschieden, weil sie vom Aussterben bedroht ist und weil sie in der ungarischen Puszta auch mit Feuchtwiesen keinerlei Probleme hat“ begründet der saarländische Tierschutzbeauftragte Dr. Hans-Friedrich Willimzik diese Auswahl. Sie werden betreut von den „Etzenhofer Cowboys“ Peter Telli, Marian Becker, Bernd Johannes und Jürgen Himbert. 

Erweiterung der Steppenrinderweide

Bereits im Frühjahr 2017 begannen die vorbereitenden Gespräche zur Erweiterung der Steppenrinderweide, bei einer ersten Begehung (siehe Foto) sahen wir eine verwilderte Fläche, die früher bereits als Weide genutzt wurde, seit mehr als 20 Jahren aber weder beweidet noch gemäht wurde.

Die etwa 2 Hektar große Fläche gehört komplett der Stadt Püttlingen, so dass es kein Problem war, einen entsprechenden Pachtvertrag abzuschließen, der die Zustimmung des Stadtrates fand. Im Winter begannen NABU-Mitarbeiter bereits mit der Beseitigung alter Stacheldrähte und Baustahlmatten. Es war erstaunlich, wieviel Drähte von der ehemaligen Beweidung  sich noch in der Natur befanden und eine Gefahr für Greifvögel und Rehe waren. 

Entsprechende Pressemitteilungen führten dazu, dass das Berufsbildungszentrum im benachbarten Völklingen seine Mitarbeit anbot. Mehrere gemeinsame Besprechungen, darunter auch eine Beteiligung des NABU Köllertal am Pädagogischen Tag des BBZ führten dazu, dass ein offizieller Kooperationsvertrag zwischen BBZ und NABU unterzeichnet wurde.

Im April 2018 war es dann soweit: Schülerinnen und Schüler des BBZ Völklingen halfen Peter Telli die Pfosten für den Weidezaun in den Boden zu rammen, mit Schablonen wurden dann Löcher in die Robinienpfosten gebohrt, in die dann die Isolatoren gedreht wurden. Ein Vormittag reichte aus, um die Hälfte der Fläche einzuzäunen. Insgesamt wurde ein stromführender Zaun, aufgeteilt in 3 Spanndrähte in 45, 90 und 120 cm Höhe von etwa 1000 m Länge aufgestellt. Da sich ein Biber ausgerechnet in diesem Teil der Köllerbachaue angesiedelt hat, führt der unterste Spanndraht keinen Strom. 

Die Fläche sah vor der 1. Beweidung damals so aus:
Aufgrund fehlender Beweidung und unterlassener Mahd hat sich eine große Brennesselflur  sowie eine von Goldrute dominierte Hochstaudenflur entwickelt. Dazwischen gibt es Nasswiesen mit Mädesüß und Sumpf-Kratzdistel, im Innern dann ein Röhricht-Komplex mit Schilf, Seggen-Riede und Rohrkolben. In Gesprächen mit dem Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz wurde festgelegt, dass diese Biotopfläche auch wegen der dort vorkommenden Amphibien von der Beweidung ausgegrenzt wird und erst im Herbst zur Beweidung freigegeben wird. Auch der Quellbereich, der diese Biotopzone ganzjährig mit Wasser versorgt, wurde von der Beweidung ausgeschlossen.
Da die Möglichkeit bestand, diese Fläche als ökologische Ausgleichsmaßnahme für ein Neubaugebiet in der Gemeinde Eppelborn anzuerkennen, begann die agstaUMWELT GmbH, eine Arbeitsgruppe Stadt- und Umweltplanung GmbH, im Juli 2018 mit Voruntersuchungen zu Pflege- und Entwicklungsplanung. 
Im Juni 2018 begann die Beweidung auf den übrigen Flächen und die Tiere leisteten wertvolle Arbeit, denn Brennesseln und Disteln wurden immer weniger und im Herbst sah die Fläche schon so aus:

Lediglich mit Brombeeren haben die genügsamen Tiere Probleme. Inzwischen umfasst die Herde 1 Stier, 3 Rinder und 3 im Frühjahr geborene Kälbchen. Der Nachwuchs aus dem vergangenen Jahr (3 Kälber) wurde in ein Beweidungsprojekt in der Eifel verkauft.
Von dem Energieunternehmen „Energis“ wurde Stromleitungen, die über das Beweidungsgebiet liefen, unterirdisch verlegt. Die beiden Betonpfosten wurden an den NABU Köllertal übereignet. In Zusammenarbeit mit dem BBZ Völklingen wurden dann Storchennistplattformen und Nistkästen für Turmfalke/Dohle und Unterschlupfmöglichkeiten für Fledermäuse gebaut und dann gemeinsam aufgestellt.

Bei einem Ortstermin mit Evelyn Moschel, der neuen Naturschutzbeauftragten der Stadt Püttlingen und mit Martin Brill vom Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz (LUA) am 22. Mai 2019 wurde die positive Entwicklung der erweiterten Beweidungsfläche festgestellt; das LUA hat unserer Ortsgruppe bestätigt, dass die Beweidung als ökologische Ausgleichsmaßnahme anerkannt wird.
Inzwischen hat die Stadt Püttlingen uns weitere 2 Hektar Wiesenfläche direkt im Anschluss in der Talaue verpachtet, die bisher von einem Landwirt jährlich gemulcht und als „Stillegungsfläche“ abgerechnet wurde. Entsprechend artenarm präsentiert sich diese Fläche mit großenBrennessel- und Rainfarnflächen. Wir werden sie im Juli erstmals mähen und wollen sie dann im Herbst wieder zu Beweidungszwecken einzäunen. Deshalb wäre eine weitere Unterstützung durch Paten sehr hilfreich.

Unterstand für die Rinder

Inzwischen wurde ein Unterstand gebaut, auf einem Teilstück der Beweidungsfläche wurden im Herbst 10 Obstbäume gepflanzt.

Geplant ist  jetzt eine Erweiterung der Beweidungsflächen entlang des Köllerbachs Richtung Püttlingen auf städtischem Gelände. Bestellt ist bereits ein Bulle, der nun in Brandenburg abgeholt werden muss. Dank einer Spende von 2000 € durch die VSE konnte dessen Finanzierung gesichert werden. Wir können dann damit rechnen, dass es 9 Monate später auch bei den Steppenrindern Nachwuchs gibt. 

Sponsoren für das Projekt

Das alles kostet natürlich auch Geld für den Tiererwerb, Einzäunung, Bau des Unterstandes, Winterfutter, Versicherung…

“Deshalb sind wir heilfroh, dass es inzwischen viele Sponsoren gibt, die das Projekt finanziell unterstützen“, so der NABU-Vorsitzende Hans-Joachim Schmidt, der bereits bei der Ankunft der Steppenrinder einen Scheck über 1500 € von der Abbruchfirma Michaely und der KST-Betontankstelle erhielt.

Inzwischen haben weitere Sponsoren beim Aufbau des Stalles mitgeholfen und die VSE hat begonnen, die Stromleitungen unterirdisch zu verlegen, so dass die beiden Strommasten für Nisthilfen für Störche und Schwalben genutzt werden können. Nach der Ankunft des Bullen werden alle Sponsoren, Helfer und Unterstützer zu einer Einweihungsfeier im September eingeladen.