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Biber im Köllertal

Lebt ein Biber an einem Gewässer, so bleibt das vor allem im Winter nicht lange unbemerkt. Denn er muss im Winter Bäume fällen, um die Rinde an Stamm und Ästen abzunagen und so zu überleben. So wurden bereits im Oktober am Köllerbach beim Zusammenfluss mit Hermesbach und Sellerbach erste sanduhrförmig abgenagte Stämme entdeckt.

Nun meldete der 16-jährige Schüler David Schackmann weitere Fraßspuren am Köllerbach zwischen Etzenhofen und Walpershofen. Bei einer Begehung mit dem Biber-Experten des NABU-Landesverbandes, Ernst Kollmann, wurden die Nagespuren an Weiden und Erlen eindeutig dem Biber zugeordnet, zudem wurde im Bereich der Köllerbach-Renaturierung eine Biberburg entdeckt. Dort ist durch die Renaturierung eine Insel entstanden und der Biber hat hier aus Ästen eine Abdeckung über eine Uferhöhle angelegt. Vom Wasser aus gelangt er in diesen Wohnkessel, wo er den Tag verbringt und seine Jungen aufzieht. Die jungen Biber sind zu Beginn noch (etwa durch Greifvögel) sehr gefährdet und halten sich vorwiegend in der Biberburg auf. „Im Bisttal haben Wildschweine sogar eine Biberburg zerstört und die jungen Biber gefressen“ erzählt Kollmann aus seinen langjährigen Erfahrungen.

Der Biber ist sehr schwierig zu beobachten, denn er kommt erst in der Dämmerung aus seinem Bau. „Ich habe schon häufig ein Klatschen auf der Wasseroberfläche gehört“ berichtet David Schackmann. „Das macht der Biber mit seinem breiten Schwanz, der Kelle, um die Artgenossen zu warnen“ klärt Kollmann auf, der deshalb annimmt, dass bereits Nachwuchs in Etzenhofen vorhanden ist.

Der NABU Köllertal möchte Interessenten die Möglichkeit bieten, aktiv beim Biberschutz mitzumachen. So ist für Ende Januar 2015 eine Infoveranstaltung zum Thema „Biberschutz im Köllertal“ im NABU-Treff geplant. Zudem könnte eine gemeinsame Weidenpflanzaktion am Köllerbach vorbereitet werden.